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Impf-Mythen:            Was steckt dahinter?

Nach einer repräsentativen Untersuchung sind nur 1-3%  aller Deutschen „echte Impfgegner" und lehnen Impfungen prinzipiell ab. Die Mehrzahl der Deutschen ist prinzipiell „impfbereit", fühlt sich aber nicht ausreichend aufgeklärt. In Deutschland gibt es keine Impfpflicht und selbstverständlich kann jedermann eine Impfung ohne Angabe von Gründen ablehnen. Es kursieren aber eine Reihe von Behauptungen und Mythen gegen das Impfen, die fachlich unhaltbar sind und die daher niemals dazu führen sollten, daß man sich oder sein Kind nicht impfen läßt:

Mythos 1:

Das Durchmachen von Krankheiten ist für eine normale Entwicklung des Kindes wichtig!

Hintergrund: Diese Behauptung ist nur eine Behauptung und durch keinerlei ernsthafte Untersuchungen belegt. Nach heutiger Datenlage ist wohl eher das Gegenteil richtig: Kinder mit lebensbedrohlichen Krankheiten - etwa Leukämie, schweren Asthmaanfällen, schweren Verkehrsunfällen mit wochenlanger künstlicher Beatmung und intensivmedizinischer Therapie - müßten sich nach dieser Behauptung „besonders gut" entwickeln - was eindeutig nicht der Fall ist. Viele durch Impfung vermeidbare Krankheiten hinterlassen sogar bleibende Schäden oder führen zum Tod. Eine „normale Entwicklung" ist also gar nicht mehr möglich. Die Behauptung beruht möglicherweise auf der Beobachtung, daß Kinder nach Keuchhusten scheinbar einen „Entwicklungsschub" durchmachen. Solche Entwicklungsschübe sind aber gerade für das Kleinkindesalter typisch und sogar zu erwarten: Wenn ein Kind sich über Wochen und Monate hinweg nicht weiterentwickeln konnte, weil es in ständiger Angst vor den immer wiederkehrenden Erstickungsanfällen leben mußte, so wird dieses Kind nach seiner Genesung die verpaßte Entwicklung rasch wieder aufholen. Ein weiteres Gegenargument: Bis zur Ankunft der Weißen gab es in Amerika keine Masern. Diese Krankheit hat wahrscheinlich mehr zur Dezimierung der Indianer in Amerika beigetragen als alle kriegerischen Handlungen zusammengenommen. Es gibt keinen Anhalt dafür, daß die körperliche oder geistige Entwicklung von Indianern in Amerika vor der Ankunft der Masern zurückgeblieben war.

Mythos 2:

Wir Eltern haben diese Infektionskrankheiten auch durchgemacht und gut überstanden!

Hintergrund: Wer dies behauptet, hatte ein wenig Glück. Weniger vom Glück verwöhnte Menschen haben die Seuchen der VorImpf-Ära gar nicht erst überlebt. Schauen Sie doch einmal in Ihrer Familiengeschichte nach oder in einem antiquarischen Lehrbuch der Kinderheilkunde. Dort ist festgehalten, woran die Menschen noch vor wenigen Jahrzehnten verstarben.

Mythos 3:

Die Nebenwirkungen der Impfungen sind größer als die Gefahren der Krankheit!

Hintergrund: Dies trifft für keinen einzigen in Deutschland zugelassenen Impfstoff zu. Eine positive Risikoabwägung (mehr Nutzen als Schaden) ist Voraussetzung für die Zulassung von Impfstoffen wie auch für das Aussprechen von Impfempfehlungen. Das Paul-Ehrlich-lnstitut ist eine „Regierungsbehörde", die in Deutschland die wissenschaftlichen Daten vor einer Zulassung von Impfstoffen überprüft. Auch nach der Zulassung werden alle Impfstoffchargen eingehend geprüft und Meldungen über Nebenwirkungen erfaßt.

Mythos 4:

Es gibt Ärzte, die von Impfungen abraten!

Hintergrund: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und praktisch alle wissenschaftlichen Fachgesellschaften für Kinderheilkunde, Immunologie, Infektionskrankheiten und Mikrobiologie -weltweit - sprechen sich einheitlich für das Impfen aus. Daß es in einer Demokratie immer auch abweichende Einzelmeinungen gibt, ist völlig normal.

Mythos 5:

Es sind schon Kinder an Impfungen gestorben oder haben schwere Schäden erlitten (Pertussis-lmpfung)!

Hintergrund: Impfstoffe haben Nebenwirkungen, Impfstoffe haben bleibende Schäden verursacht. Aber früher war die Bedrohung z. B. durch Pocken so schwerwiegend, daß diese Impf-Schäden im Interesse der Gemeinschaft in Kauf genommen wurden. Impfstoffe werden immer weiter verbessert. Bleibende Schäden sind heute extrem selten geworden, für die von der STIKO empfohlenen Impfstoffe sind solche Schäden nicht bekannt. Der „alte Keuchhustenimpfstoff" verursachte häufig Fieber und heftige lokale Reaktionen

 . Er hat aber nach heutigem Wissen niemals Hirnschäden verursacht. Die entsprechenden Behauptungen von Medizinern aus den siebziger Jahren haben sich allesamt in Luft aufgelöst, weil man von einer Koinzidenz auf eine Kausalität geschlossen hatte. Das hatte tragische Folgen: Alleine in Deutschland sind zwischen Mitte der siebziger Jahre bis Mitte der neunziger Jahre wahrscheinlich eine wenigstens dreistellige Zahl von Kindern an Pertussis verstorben - und all das wegen einer Behauptung, die sich später als falsch herausgestellt hat. Noch tragischer: Die tatsächliche Diagnose von Kindern mit einem vor 20 Jahren diagnostizierten „Pertussis-lmpfschaden" ist noch gar nicht festgestellt worden.

Mythos 6:

Die Ärzte haben die Keuchhustenimpfung erst empfohlen, dann nicht empfohlen, jetzt wieder empfohlen - sie können also alle Gefahren nicht immer voraussehen!

Hintergrund: Das Aussetzen der Impfempfehlungen war nach heutigem Wissen eine Fehlentscheidung, weil wahrscheinlich einige hundert Kinder in Deutschland - nicht notwendiger Weise an Pertussis sterben mußten. Millionen Kinder haben unter der Krankheit gelitten, Tausende haben lebenslang bleibende Schäden davongetragen. Andererseits war das Aussetzen der Impfempfehlungen erfolgt, weil zum damaligen Zeitpunkt, durch das Impfen in den vorangegangenen Jahren - kaum noch Pertussisfälle vorkamen. Aus diesem Grund war die Behauptung, die Pertussis-lmpfung verursache Hirnschäden - besonders ernst genommen worden und die Impfung wurde Mitte der siebziger Jahre nicht weiter empfohlen. Es ist aber nicht erkennbar, wieso dieses Argument gegen das Impfen sprechen könnte: Zu jedem Zeitpunkt wurde das getan, was nach bestem aktuell verfügbarem Wissen den Interessen der Kinder am ehesten nutzte.

Mythos 7:

Wir kennen Kinder, die Masern, Mumps, Röteln ohne Probleme durchgemacht haben, aber kein einziges Kind mit Komplikationen durch diese Krankheiten!

Hintergrund: Bei einer Komplikationsrate von 1:100 muß man rein statistisch 100 Kranke kennen, bevor man die Komplikation beobachtet. Kaum jemand wird in Deutschland 100 Kinder mit Masern erleben. Wer so argumentiert, ist also bereits in den Nutzen von Impfungen gekommen, denn schwere Fälle gibt es vor allem dann, wenn eine Population „total empfänglich", also nicht geimpft ist: Die Komplikationsrate mikrobiell bedingter Krankheilen ist bei hohem Infektionsdruck - z. B. bei einer Epidemie meist größer als wenn nur sporadische Fälle auftreten. In Entwicklungsländern ist das anders.

Mythos 8:

Die Impfungen schützen nicht sicher und nicht lebenslang, müssen also ständig wiederholt werden!

Hintergrund: Auch viele Infektionskrankheiten hinterlassen keinen Schutz, Diphtherie, Tetanus, Hib-Infektionen seien beispielhaft genannt. In einigen Fällen ist es auch zweifelsfrei belegt, daß ein Mensch mehrmals an Masern erkrankte. Auffrischimpfungen sind notwendig z. B. gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis und Polio. Die MMR-lmpfungen werden zweimal gegeben, um auch jene Kinder zu schützen, die bei der ersten Impfung nicht reagiert haben. Ich kann nicht erkennen, weshalb die Wiederholung einer Impfung nachteilig sein sollte - und vor allem: Oft ist der Impfschutz besser als der Schutz, den man nach überlebter, schwerer Krankheit hat.

Mythos 9:

Es werden zu viele Impfstoffe gleichzeitig gegeben!

Hintergrund: Die heute verwendeten Impfstoffe enthalten nur einige wenige Millionstel (!) Gramm eines Antigens. Dies ist weniger an Fremdeiweiß als man wahrscheinlich nach einer Mahlzeit oder im Rahmen einer Verletzung an Fremdeiweiß im Blut hat. Ein Neugeborenes wird innerhalb weniger Tage mit Milliarden Bakterien besiedelt, und es produziert daraufhin Antikörper gegen eine kaum meßbare Zahl von Fremdstoffen. Bei dieser Größenordnung von Antigenen, die unbemerkt zu einer Immunisierung führen, fallen wenige Millionstel Gramm sechs weiterer Antigene nicht auf.

Mythos 10:

Impfungen werden viel zu zeitig durchgeführt!

Hintergrund: Dies ist wie vieles zuvor eine Behauptung, die durch keinerlei Fakten belegt werden kann. Impfungen sollten gegeben werden, bevor eine Krankheit Schaden anrichten kann. Neuere Daten aus dem Robert-Koch-Institut haben gezeigt, daß Impfungen in Deutschland sogar viel zu spät gegeben werden. Gerade das Leben von Säuglingen ist bedroht. Daher muß früh geimpft werden!

 

Prof. Dr. med. Heinz-J. Schmitt

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